Freitag, 16. September 2011

Geschafft- Teil 1

Reisen kann manchmal ganz schön anstrengend sein- vor allem wenn man einen ganzen und einen halben Tag damit beschäftigt ist irgendwo anzukommen.Und das seelisch völlig unvorbereitet: den langen Weg gnadenlos unterschätzend wollte ich vier Stunden eher im Hostel sein- und fand meine Schätzung zu dem Zeitpunkt noch als extrem großzügig bemessen. 

                                                                      Reisen ist aber auch großartig! Vor allem wenn man
                                                                      schnell ist und einen guten Platz erwischt.

Aber sonst lief ja alles nach Plan – naja über das Fast-Verpassen des Buses nach Berlin und das Verpassen des Buses nach Granada mal abgesehen. Letzteres lies mich noch eine Stunde viel zu warm angezogen und mit 15 Kilo Gepäck schlicht überfordert triefend unter andalusischen Klimaverhältnissen leiden. Wer kann denn auch wissen das es am späten Nachmittag im frühen Herbst noch so warm ist. Und so konnte ich beim Check-In im Hostel nicht mal mehr der sehr liebevollen Begrüßung und Führung folgen, denn mein einzhiger Gedanke war: DUSCHEN. Und dabei hab ja nicht mal ich unter der schweren Tasche leiden müssen sondern meine nette spanische Wegbegleitung, die ich eigentlich nur nach einem Strassennamen fragen wollte. Spanische Männer leiden letztendlich doch nur unter ihrem selbstgemachten Image. Ich war (und bin) trotzdem extrem geschlaucht (auch dem Abend in Berlin und meiner geringen Standfestigkeit im Bezug auf 'nichts trinken und zeitig zu Bett gehen' geschuldet). So hat es auch nicht zu viel mehr als der Suche nach was essbarem und ner Flasche Wasser gereicht (ich hab mich mir selbst schon als Trockenobst vorgestellt- Ryanair sei Dank!). 

Dennoch führte meine planlose Suche an einigen schönen Plätzen vorbei- und ich weiß schon jetzt, dass ich mich hier wohlfühlen werde, auch wenn es im Moment aufgrund von mangelnder Sprachfähigkeit und Wohnungslosigkeit nicht so aussieht. Zumindest ist der Verzweiflungsgrad im Gegensatz zu vor und während der Reise seit meiner Ankunft stark geschrumpft, auch weil ich merke, ich bin gar nicht so alleine- zumindest trifft man überall Austauschstudenten, die sich in der gleichen Situation befinden und die meißten davon sind sehr nett!