Donnerstag, 8. Dezember 2011

Großstadtluft und äußerst seltsame Weihnachstraditionen- Teil I

Nachdem hier schon wieder einige Wochen nichts passiert ist, war das letzte Wochenende sehr ereignisreich, sodass es sich lohnt, darüber zu berichten. Gemeinsam mit nem Reisebus voller Erasmus- Studenten verschlug es mich von Freitag bis Montag Abend nach Barcelona. Kurzbilanz: 300 Fotos geschossen und mindestens ebenso viele Kilometer gelaufen...

Los ging es Freitag Abend und ich wusste das der Weg vom südlichsten  Teil Spaniens bis an die nördlichste Spitze Spaniens nicht gerade ein Spaziegang sein würde, dass ich 12 Stunden vor mich hin schwitzend und unter diversen Körpergerüchen meiner Mitmenschen leidend in einem äußerst unbequemen Sitz im Bus eingequetscht sein würde- das hab ich allerdings nicht geahnt! Als wir dann also am nächsten Morgen in Barcelona ankamen, wollte ich also gleich am liebsten im Hostelbett weiterschlafen, dazu kam es allerdings gar nicht, denn nachdem das Gepäck im Zimmer verstaut war, und die Zähne auch wieder glänzend weiß erstrahlten (auf einer 12-Stunden Busfahrt verschwinden allerlei äußerst ungesunde Sachen zwischen den Kiemen) begaben wir uns auf eine kleine Tour durch das alte gotische Viertel.
die Seufzerbrücke

Drehort für die Mirabellenmädchenszene in 'Das Parfum'


Am Hafen

Ein Bier am Hafen später, wieder gestärkt und munter aber doch wieder hungrig, musste erstmal was zu essen her. Leider kamm dann wieder die Müdigkeit... also schleppten wir uns mir vollgeschlagenen Kugelbäuchen zurück ins Hotel, zunächst noch recht planlos und traffen dort den Rest der Gruppe, der sich gerade aufmachte um ein wenig mehr die Stadt zu erkunden. Da vollgestopfte Bäuche keine rechte Ausrede sind, mussten wir also mit. Unterwegs kamen wir unter anderem in den Genuss, die wohl zwei berühmtesten Häuser Gaudís zu bestaunen: Casa Batlló und La Pedrera. Die sollten nur noch von unserem eigentliche Ziel zu übertreffen sein: die Sagrada Familia; da lohnt sich sogar eineinhalbstündiges dynamisches Daherschleppen durch die unzähligen Straßen Barcelonas. Das heißt, zum Zeitpunkt der Ankunft war es schon ein wenig spät und wir entschieden die Besichtigung auf den  nächsten Tag zu verlegen und stattdessen zum Plaza Espana weiterzuziehen (diesmal allerding per Metro) wo es an mehreren Tagen der Woche unzählige Menschen hinzieht, um das (zuweilen ein wenig durchgeknallt wirkende) Wasserspiel in Kombination mit Licht- und Musikeffekten anzustaunen. Die Spanier haben schon eine Passion für pompöse Springbrunnen...

Casa Batlló




La Pedrera




Nach gefühlten endlosen Stunden des Starrens und Frierens, kam der erlösende Impuls sich zurück ins Hostel zubegeben, wo alle schnell unter die Dusche sprangen (keine leichte Aufgabe bei 8 Mädels im Zimmer und bestimmt auch nicht schnell) um wenigstens halbwegs menschlich aussehend auf das Nachtleben losgelassen werden zu können. Es hieß im Reiseprogramm im Preis inbegriffen wäre ein Abendessen und eine Stunde lang kostenlos Sekt und nachher in die Disko - das klingt ja erstmal nicht schlecht, aber was dann kam, hatte wahrscheinlich keiner so recht erwartet.



Das Abendessen fand nämlich nicht etwa in einem Restaurant statt sondern im Club(!) an der Stranpromenade gemeinsam mit fürchterlichh wichtig aussehenden After-Work-Party in Anzug und Krawatte gekleideten... Da wir nicht die einzigen mit Hunger waren, drängte sich die ganze Meute ums Buffet und wenn man Glück hatte, hatte man eine halbe Stunde später einen spärlich gefüllten Teller in der Hand, um blaue Flecke vom ums-Essen-prügeln. Was soll man da noch sagen? Und dann war der Nudelsalat, der quasi die Hauptspeise darstellte nichtmal besonders gut. Naja aber so eine Sektbar entschädigt für vieles. Bis 2 gabs obendrauf Bier und Longdrinks kostenlos. Das heißt übersetzt: leere Tanzflächen und Schlangestehen vor der Bar. Um 2 war dann der Spaß aber eben auch vorbei und das Bewusstsein, dass man unter all den furchtbar schick gekleidten Menschen und den am Strand flanierenden Schickies ein wenig fehl am Platze ist, bahnte sich wieder seinen Weg an die Oberfläche. Also machten wir uns recht bald auf den Heimweg und ich habe mich selten so dankbar gefühlt, für den Erfinder weicher Betten als an diesem Abend, als ich mich gegen 4 fallen lies wie ein Stein und bis zum nächsten Weckerklingeln auch kein Auge mehr auftat.

(Space) Invader gesichtet


Da die nächsten zwei tage mindestens genauso erlebnisreich und noch bilderreicher waren, gibts den zweuten teil morgen (oder übermorgen) :)





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