Sonntag, 25. Dezember 2011

Sonnige Weihnachten & Schlaflos in Madrid

Ich hoffe, alle meine Leser hatten und haben noch ein tolles Weihnachtsfest und lassen sichs schmecken. Ich konnte nichtmal Plätzchen backen, in Spanien sind Backöfen nämlich nicht so Standart. Dafür ist es auch toll, mal Weihnachten bei 18 Grad zu verbringen- hab sogar ein Beweisfoto gemacht.


Granada 24.12.
 Das vergangene Wochenende hab ich genutzt, um mir Madrid anzuschauen, so als kleine Ferienanfangsbelohnung. Da Granada immer noch eine der wenigen Städte dieser Größenordnung ist, die keinen (und damit meine ich null) Anschluss an das Zugnetz haben, gibt es günstige Busse überall hin, leider ist man dann eben auch mal 5 Stunden unterwegs (und gezwungen sich schlechte bis unterirdisch grottige Filme anzuschauen). Leider musste ich, als ich dann endlich angekommen war, noch 1 1/2 Stunden auf Esmé warten, bei deren Freunden wir übernachtet haben, da wir, verschuldet durch unsere nahezu genialen Reisevorbereitungsstrategien, den Bus erst einen Tag vorher gebucht haben, und dann eben nur noch ein Platz frei war, und wir in unterschiedlichen Bussen reisen mussten. Gegen Mitternacht hatten wir es endlich geschafft und wurden zünftig mit Bloody Marys empfangen. Ich weiß genau, warum mir Tomatensaft mit Alkohol schon immer ziemlich seltsam vorkam... Wir hatten für den Abend Konzertkarten, aber bis alle ihr Glas ausgetrunken hinuntergewürgt hatten und wir endlich zum Gehen bereit waren, war das Konzert leider auch schon wieder vorbei. Kann ja niemand wissen, dass die in Madrid pünktlich anfangen, wenn man an andalusische Verhältnisse gewohnt ist. Dafür gab es eine ziemlich durchgeknallte Aftershow-Band - wenn ich mit 50 noch so fit bin und herumspringen kann, wie der 60+ jährige Trompeter schätze ich mich wirklich glücklich.
Die Blamage eher ins Bett zu gehen, als einer der 3mal so alt ist, wollten wir uns auch nicht geben und so erwachte Madrid wieder, als wir uns endlich schlafen legten. Der nächste Tag viel dementsprechend relativ unproduktiv aus, ein Sapziergang durch die Stadt, auf der Suche nach einem guten Café. 

die Spanier sind ganz verrückt nach Weihnachtsdekoration

Als wir alle wieder munter und fit und satt waren, war es auch schon wieder abends und so machten wir uns aud´f den Weg in die Tabacalera, eine ehemalige Tabakfabrik und heute soziokulturelles Zentrum mit ganz viel Platz zur freien Entfaltung, Skatebordhallen, Kunst und Djs, die in riesigen Fabrikhallen auflegen. Nachdem wir dann einige Zeit durch das Nachtleben Madrids geirrt waren, kamen wir noch in den Genuß eines Konzertabends mit Jazz und Funk und Ska. Wild tanzen lässt die Füße aber auch schnell müde werden und so sollte die Nacht nicht so lang werden, wie dir vorherige, unter anderem natürlich auch, um am nächsten Tag vielleicht doch noch was von Madrid zu sehen. 

spannende architektonische Gegensätze

Gut augeruht konnten wir am nächsten Tag das Schloss besichtigen (allerdings nur von außen, den Touristenscharen warteten bereits gierig auf den Einlass und 3 Stunden warten nur um einen Haufen Prunk anzuschauen hörte sich dann doch nicht so verlockend an - zur Zeit gibt es eine höchstinteressante Ausstellung von Armbanduhren, die einst spanische Könige um den Arm trugen) :). 



Die Seilbahn mit Blick über Madrid war dann schon die aufregendere Option, und aufregend im wahrsten Sinne, den 40 m über dem Boden in einer kleinen Kabine sitzen, während untendrunter Autos fahren und Häuser stehen ist nun wahrlich nicht entspannend. Die Seilbahn brachte uns in einen großen Park, und dort gibt es einen großen See, und was macht schon lustiger als eine Seefahrt? Also mieteten wir ein kleines Ruderboot, und ruderten mit mehr oder weniger Koordination im Kreis (also eher kein Erfolg- in einer dreiviertel Stunde bewegten wir und im Umkreis von grob gesehen 50 m hin und her). 


Leider war dann auch schon bald die Zeit gekommen und ich musste meine Sachen wieder zusammensuchen, um mich erneut auf eine 5 stündigen Reise zurück nach Granada zu begeben. Aber aus einem schönen Grund!

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