Sonntag, 2. Oktober 2011

Geschafft- Teil 2

Nach den vielen Sorgen der ersten Tage, habe ich in der Zwischenzeit tatsächlich einiges geschafft: ich habe eine Wohnung gefunden, und noch dazu eine ziemlich schöne; ich habe die erste Woche in der Uni durchgestanden und ich kann manchmal sogar schon den ein oder anderen zusammenhängenden Satz in Spanisch herausbringen - ich probiere es dennoch immer zuerst auf Englisch...

                                                                                     Unweit von meinem Haus...

 Die Wohnungssuche ging dann doch wieder erwarten ziemlich schnell, obwohl ich zugeben muss, dass ich schon nach der ersten angesehenen Wohnung keine Lust mehr hatte. Drei Wohnungen habe ich angeschaut und in die erste und zweite hätte ich sofort einziehen können, ich wollte aber eben in die dritte. Denn hier wohne ich mit drei Spanierinnen zusammen, was perfekt für die Verbesserung meiner Sprachkenntnisse ist, ich wohne direkt im Stadtzentrum, angrenzend an das alte arabische Viertel, was perfekt zum Ausgehen ist, und das ganze Haus ist voller Studenten, die meisten davon international, sodass ich mir auch keine Sorgen machen muss, abends alleine daheim zu versauern.

Die Wohnsituation könnte also nicht besser sein, die Stadt ist auch perfekt...der Knackpunkt ist leider Gottes bin ich nicht zum wohnen und feiern hierhergekommen sondern offiziell um zu „studieren“. Und die Uni ist echt ziemlich hart; abgesehen davon, dass Vorlesungen in einer anderen Sprache generell schon schwierig zu verstehen sind, ist hier alles sehr schulisch organisiert mit einer Menge Hausaufgaben und Präsentationen und vielen, vielen Sachen die viel, viel Zeit kosten, in der man lieber bei Bier und Tapas (die man hier kostenlos zum Bier dazubekommt) in einer Bar sitzen und das Leben genießen würde... Zu meiner Erleichterung habe ich 2 von 5 Kursen in Englisch belegt und einer weiterer Kurs ist der Sprachkurs – was das Ganze dann schon erträglicher macht.

Tja und ansonsten macht Granada einfach richtig viel Spaß, abgesehen von ein paar spanischen Eigenheiten an die man sich erst gewöhnen muss, zum Beispiel, das alle Geschäfte von 2 bis 5 Siesta haben, und man sich dann wundert, warum plötzlich die ganze Stadt wie leergefegt wirkt. Ansonsten findet hier so ziemlich das ganze Leben auf der Strasse statt, was zu einem enorm erhöhten Lärmpegel führt, auch nachts (ich schätze, das ist der Preis, den man zahlt, wenn man zentral wohnen will). Denn die Spanier fangen an zu feiern, wenn die Deutschen ins Bett gehen und es ist nicht selten passiert das meine Mitbewohnerinnen (+ 5-10 weitere Personen) früh um 7 heim kamen und noch gefeiert haben, bis ich halb 12 das Haus verlassen habe um in die Uni zu gehen.

Glücklicherweise trennt Granada auch nur eine Stunde vom Strand, sodass ich genügend Gelegenheit hatte, den mir in Deutschland entgangenen Sommer doch noch zu bekommen.




Und für alle, die eventuell auf einen Skype-Anruf warten oder hoffen: ab Mittwoch habe ich endlich Internet, auf dass ich mich endlich heimisch fühlen kann (2 ½ Wochen sind eine harte Lektion in Sachen „finde heraus, wie anhängig du wirklich vom Internet bist“!

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