Dennoch gibt es einiges nachzuholen, denn das vergange Wochenende war ereignisreich:
Samstag waren, wie vielleicht einige mitbekommen haben, überall auf der Welt 15M Demonstrationen geplant, so natürlich auch hier, nachdem ja in Madrid im Mai alles angefangen hatte. Also haben wir uns auf den weg zum Versammlungspunkz gemacht und waren zunächst noch ein wenig erstaunt, das kaum Leute erschienen waren. Die berühmte spanische Unpünktlichkeit war schuld, denn eine Stunde nach offiziellem Beginn, hatten sich weitere Tausende eingefunden und die Demonstration konnte (natürlich mit spanischer Ruhe) beginnen. An deutschen Maßstäben gemessen hätte man wahrscheinlich eher von einem Festumzug gesprochen, denn von Bands begleitet tanzten die teilweise sehr spezial bekleideten oder auch kleidungslosen Teilnehmer aller Altersklassen (sowohl Kinder als auch Rentner waren dabei) durch die Strassen und nur Parolen und Transparente erinnerten an das eigentlich ernste Anliegen. Solch eine positive Stimmung und Ausgelassenheit kann einen schon überraschen, wenn man meist mit wütenden Demonstranten und brennenden Barrikaden konfrontiert wird.
| Wie schon gesagt: alles sehr bunt und...anders |
| Versammlungsplatz |
| Bemerkenswert, dass selbst Kinder für ihre Zukunft demonstrieren |
Das war auch schon der spannende Teil der vergangenen Woche, sonst ist wie bereits erwähnt nicht viel passiert, außer einer Flamencoshow am Mittwochabend in der Uni, die wir nach Vorlesungsschluss um halb 8 (!) noch besucht haben. Sicherlich interessant, aber wenn man von überall nur den an Touriustenbedürfnisse angepassten weichgespülten Falmenco kennt, und dann eine traditionelle Darbietung sieht, ist man schon leicht verwundert. Selten etwas so dramatisches und dabei gleichzeitig so rasend schnelles gesehen, zeitweise wirkte es tatsächlich ob man den FastForward Knopf gedrückt hielte. Und alles war so übertrieben (sowohl Gesang, als auch Tanz und Gitarre), dass ich mich von Zeit zu Zeit fragen musste, ob die das denn wirklich ernst meinen und dann gelegentlich aufkommende Lachanfälle unterdrücken musste. Ich bin aber sehr froh die Chance bekommen zu haben, abseits der Touristenorte eine solch ursprüngliche Vorführung mit Künstlern, deren Leidenschaft und Können wahrlich beeindruckend war, gesehen zu haben.
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